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TECHNOLOGIE

Digitale Identität

Eine digitale oder elektronische Identität ist ein Datenobjekt in einem IT-System, das eine Person,  eine Organisation oder auch Maschinen und Dinge repräsentiert. So können z.B. Kundendatenbanken oder auch simple Excel-Tabellen digitale Identitäten beinhalten.

Im engen Sinn spricht man von einer digitalen Identität, wenn eine Authentisierung (Login) daran geknüpft ist. Eine digitale Identität hat einen eindeutigen Identifikator und meist eine Menge von Attributen, die das sog. Subjekt (d.h. die Person, Organisation oder Ding) beschreiben. Beispiele für digitale Identitäten i.e.S. sind die Switch eduID, ein Google-Account oder ein e-Banking-Zugang.

Self-Sovereign Identity (SSI)

Unter dem Begriff «Self-Sovereign Identity» ( dt. selbstbestimmte oder selbstverwaltete Identitäten) werden Konzepte und Prinzipien verstanden, bei denen Personen oder Organisation ihre digitalen Identitäten selbst erstellen und verwalten und so die Kontrolle über ihre Daten behalten können. Die SSI werden auch als «dezentrale» Identitäten bezeichnet, da es keine zentralen Komponenten (z.B. Identitätsprovider oder Vermittler) braucht. Typischerweise speichert ein Benutzer seine Identitäten, die aus einem eindeutigen Identifikator (Decentralized Identifier, DID) und einen Schlüsselpaar mit geheimem/öffentlichem Schlüssel bestehen und zumeist in einer Blockchain verankert sind, in einem Wallet ab. Bei einem Aussteller (Issuer) kann sich der Benutzer seine zunächst selbstdeklarierten Daten in Form von überprüfbaren Nachweisen (sog. Verifiable Credentials) bestätigen lassen. Diese Nachweise kann der Benutzer dann bei Bedarf einem Prüfer (Verifier) zeigen, um z.B. Zugang zu einer Webseite oder anderen Ressourcen zu bekommen.

Föderiertes Lernen

Föderiertes Lernen beschreibt eine neue Form des maschinellen Lernens bei welchem die Trainingsdaten auf verschiedenen Knoten in einem Netzwerk verbleiben und nicht ausgetauscht werden. Dies erlaubt es, Modelle auch auf Daten zu trainieren, die vertraulich bleiben sollen.

Ethik durch Design

Die Digitalisierung führt vermehrt zu Fragen der Verantwortung. Auf gesellschaftlicher Ebene stellen sich die Fragen: Wer ist schuld, wenn ein Computerprogramm falsche Entscheidungen trifft – sei es im Einzelfall bei der Steuerung eines Geräts, sei es systemisch in Form von Diskriminierung bei Entscheidungen über Personen. Was müssen Verantwortliche tun, um solche falschen Entscheidungen zu verhindern? Wo ist der Einsatz von Technologien für uns als Gesellschaft legitim, und wo liegen die Grenzen? Die Nutzung technischer Mittel, welche falsche Entscheidungen systemisch einschränkt und gleichzeitig Transparenz über die Verantwortlichen schafft, wird als «Ethics by Design» bezeichnet.

FORSCHUNG

NFP 75 Big Data

Das Nationale Forschungsprogramm „Big Data“ (NFP 75) soll die wissenschaftlichen Grundlagen für einen wirksamen und angemessenen Einsatz von grossen Datenmengen liefern. Die Forschungsprojekte untersuchen Fragen der Informationstechnologie und deren gesellschaftlichen Auswirkungen und gehen auf konkrete Anwendungen ein. Budget: 25 Millionen Franken. Es wurden 172 Projektskizzen eingereicht.

NFP 77 Digitale Transformation

Das Nationale Forschungsprogramm “Digitale Transformation” (NFP 77) will die Wirkungszusammenhänge sowie die konkreten Auswirkungen der digitalen Transformation in der Schweiz untersuchen. Die drei Schwerpunkte des Programmes sind Bildung und Lernen, Ethik, Vertrauenswürdigkeit und Governance sowie Wirtschaft und Arbeitsmarkt.

NFP 80 Covid-19 in der Gesellschaft

Das Nationale Forschungsprogramm (NFP) 80 «Covid-19 in der Gesellschaft» verfolgt das Ziel, gesellschaftliche Prozesse während der Covid-19-Pandemie aus Perspektive der Sozial- und Geisteswissenschaften zu analysieren. Dabei soll auch untersucht werden, welche Faktoren für die Bewältigung einer Pandemie bestimmend sind. Die Resultate sollen den Behörden, der Politik sowie betroffenen privaten und öffentlichen Institutionen Wege für die Bewältigung von Pandemien aufzeigen. Das NFP 80 ergänzt das im Jahr 2020 gestartete NFP 78 «Covid-19», bei welchem biomedizinische und klinische Fragestellungen untersucht werden. Das Forschungsprogramm wurde vom Bundesrat am 28. April 2021 lanciert, dauert drei Jahre und ist mit 14 Millionen Franken dotiert.

GESETZGEBUNG

Elektronischer Identitätsnachweis

Wie kann ich online glaubwürdig nachweisen, wer ich bin? Wie kann ich online meine Qualifikationen glaubwürdig belegen? Wie kann ich online Verträge abschliessen? … All diese Frage haben cum grano salis eine Teilantwort gemeinsam: Es braucht in harmlosen Fällen nicht viel, meist nur ein finanzielles Risikomanagement wie z.B. eine Kreditkartengarantie, und es braucht in kritischen Fällen zwingend eine staatlich ausgegebene elektronische Identität. Der Schweizer Bundesrat setzt dabei auf vom Markt entwickelte Systeme. Der Staat soll sich auf die Definition der rechtlichen Rahmenbedingungenund die Bereitstellung von Identitätsdaten konzentrieren.
Dafür spricht, sehr vereinfacht gesagt, dass dies den Umständen entsprechend die maximal liberale Lösung ist. Dagegen spricht, dass mit eIDs erst ein Geschäft gemacht werden kann, wenn es viele Besitzer und viele Einsatzmöglichkeiten gibt – und dies ist in der Schweiz derzeit nicht in Sicht. Die wenigen Good Practices im Ausland gingen andere Wege, aber natürlich muss immer jemand der Erste sein.

Künstliche Identität

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NIS 2.0 – Europäische Richtlinie zur Netz- und Informationssicherheit

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JOURNALE

Jedem

Das Open Access eJournal of eDemocracy and Open Government (JeDEM) wird vom Department für E-Governance und Verwaltung der Donau-Universität Krems, Österreich, betrieben und herausgegeben. JeDEM ist ein mit Platin/Diamant ausgezeichnetes, wissenschaftlich geführtes Open-Access-E-Journal, das von einem interdisziplinären Team von Wissenschaftlern am Department für E-Governance und Verwaltung der Donau-Universität Krems betreut wird.

Es bietet eine Plattform für alle, die an der Diskussion von Möglichkeiten, Problemen und Herausforderungen interessiert sind, denen sich Gesellschaften heute in Bezug auf die Digitalisierung gegenübersehen. Seine Gründung wurde durch die extrem schnelle Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien, der Daten- und Informationsweitergabe und deren Nutzung angeregt, die die Gesellschaft, die Verwaltung und die Politik schnell verändern und gegenseitig beeinflussen.

JeDEM fördert Beiträge zur entstehenden Wissenschaft des Informationszeitalters nach den höchsten Standards der Peer Review. JeDEM begrüßt Einreichungen zu Themen wie E-Demokratie, E-Society, E-Participation, E-Government, Open Data, Data Sharing und Data Use, Open Science, Open Access und Open Source.

Kontakt zum Managing Editor: Dr. Noella Edelmann noella.edelmann@donau-uni.ac.at