Wie Lenzburg zur Smartcity wird

Die Stadt Lenzburg löst immer mehr Angebote auf digitale Weise. Zum Thema Smart City lanciert die Stadt eigens eine Fachreihe, wie unser Autor Dominik Grögler schreibt. 

Wie können kleinere und mittlere Städte die Digitalisierung vorantreiben und daraus Nutzen ziehen für ihre Bürgerinnen und Bürger? Wie können die Stadtinternen Prozesse verbessert und automatisiert werden? Welche Potentiale eröffnen sich im Hinblick auf eine nachhaltige und ressourcenschonende Stadtentwicklung?

Abbildung 1: savisio ermittelt gemeinsam mit einer Stadt, welche Problemstellungen gelöst werden sollen, welche Technologien vorhanden sind und welche Projekte sich in Realisation befinden. savisio vermittelt geeignete Partner aus Industrie und Forschung und bildet Projektteams und Arbeitsgruppen, um Lösungen zu erarbeiten. Die Arbeitsgruppen AG Technik und Projektteams entwickeln Lösungen und stellen diese an den Fachtagungen vor.

Diese und weitere Fragen werden in der jährlichen Fachreihe Smart City Lenzburg mit konkreten Umsetzungsprojekten beantwortet. Ausgangspunkt für die Fachreihe sind Problemstellungen und Herausforderungen kleinerer und mittlerer Städte. Für die erste Veranstaltung ist dies die Stadt Lenzburg. In mehreren Workshops werden die zu lösenden Problemstellungen gemeinsam festgelegt. Die savisio AG vereint anschliessend Fachexperten aus Industrie und Forschung und stellt Arbeitsgruppen zusammen. Diese erarbeiten generische Lösungsvorschläge und stellen sie anhand umgesetzter Anwendungsbeispiele an einer Fachtagung vor. Die Fachtagungen werden jedes Jahr in Lenzburg durchgeführt, die erste Fachtagung findet am 28. Mai 2020 im Schloss Lenzburg statt. Zielgruppen der Fachtagung sind Entscheidungsträger, Fachspezialisten und Projektleiter der öffentlichen Verwaltungen (Bund, Kantone, Gemeinden) sowie Partner aus Industrie und Forschung.

Die Teilnehmenden der Fachtagung werden vorgängig mittels interaktiver Online-Sequenzen über die Problemstellungen und die Lösungen informiert. An der Fachtagung besteht dann die Möglichkeit, in Workshops die Lösungen auf die Anwendbarkeit für die eigenen Problemstellungen zu prüfen und Inputs für die Phase der Nachbereitung zu geben.

Zurzeit bearbeiten vier Arbeitsgruppen die folgenden Problemstellungen:

  1. Bezahllösung: Die unterschiedlichen Dienstleistungen der Stadt Lenzburg, vom Schwimmbadeintritt über die Kehrichtabfuhr bis zum Parken, sind heute über unterschiedliche Bezahllösungen nutzbar. Dies verursacht einen hohen administrativen Aufwand, ist teuer und unattraktiv für die Nutzer.
  2. Mobilität: Die Verkehrswege der Stadt Lenzburg sind stark belastet. Wetterabhängige Ausflugspunkte und Anlässe verursachen kurzfristige Überlastungen. Mitverursachend ist unter anderem der Parksuchverkehr.
  3. Umwelt / Energie: Die Stadt Lenzburg möchte Nachhaltigkeit und Energieeffizienz weiter fördern, die Lichtverschmutzung eindämmen und bei gleichbleibender oder erhöhter Sicherheit den Betrieb und Unterhalt der Anlagen optimieren.
  4. Daten: In Lenzburg sind viele verschiedene Systeme mit vielen verschiedenen Datentypen im Einsatz. Viele der Systeme sind proprietär, die Datenhoheit ist oftmals unklar. Systeme für die Sammlung, Aufbereitung und Nutzung / Zurverfügungstellung der Daten sowie die formalen und rechtlichen Grundlagen sind nicht vorhanden.

Abbildung 2: Die ersten drei Fachtagungen 2020 – 2022 werden von den Arbeitsgruppen Mensch (M) und Organisation (O) begleitet.

Über den Zeitraum der ersten drei Fachtagungen hinweg werden ausgehend von den jeweiligen technologischen Lösungen (T) die Auswirkungen auf die Menschen in der Arbeitswelt (M) und auf die Organisationen (O) anhand von vordefinierten Fragestellungen untersucht. Die Motivation dieses MTO-Ansatzes ist es, Erkenntnisse zu gewinnen und daraus Hilfe­stellungen zu erarbeiten und abzuleiten, damit Menschen und Organisationen Veränderungsprozesse gestalten oder vorbereitet angehen können.

AUTOR/AUTORIN: Dominik Groegler

Dominik Grögler ist promovierter Biophysiker. In leitender Funktion bei Bernmobil und Verkehrsbetriebe Zürich entwickelte er Konzepte und Systeme für die Fahrgast­information und den Datenaustausch zwischen Unternehmen des öffentlichen Personen­nahverkehrs. Er ist Partner bei der Savisio AG.

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