Swissdec Geschichte oder “Von der Wiege bis zur Bahre, nichts als Formulare, Formulare!”

Digitalisierung im Informationsaustausch im Behördenumfeld soll vor allem Zeit und Geld sparen. Doch es geht nicht nur darum, Papierfomulare in PDFs umzuwandeln. Die medienbruchfreie Prozessintegration ist dabei entscheidend.

Bereits Anfangs der Nullerjahre wurden erste Diskussionen zu den Problemen im Informationsaustausch zwischen den Schweizer Unternehmen und den Versicherern & Behörden (V&B) geführt. Im Wesentlichen sollten im “Behördenverkehr” Kosten und Zeit gespart werden. In dieser Zeit kam das World Wide Web so richtig in Schwung und alle sahen hier auch ein enormes Potential zur Modernisierung des Behördenverkehrs. In diesen Digitalisierungskonzepten wurden oft zwei Ansätze diskutiert. Viele sahen in einfachen “Webseiten, Webformularen mit Datenupload” den besten Weg. Dabei entstehen oft folgende Probleme:

  • Medienbruch, d.h. die fast identischen Daten müssen für jede V&B manuell erfasst werden.
  • Datenupload sollte dieses Problem lösen. Dieser Upload ist aber sehr eingeschränkt, d.h. nur unidirektional zu verwenden (Up) und nur bei grösseren Datenmengen nützlich.
  • Die Unternehmen müssen bei sich für jeden V&B individuelle Zugriffe, evtl. Rollenkonzepte, Daten und Abläufe konstruieren (Selbstadministration).

Die Initianten von Swissdec wollten kein “Kutschen-Design” (Konrad Lorenz) oder nur den “Faserstoff” (Papier zu Pdf) digitalisieren. Sie sahen damals bereits einen anderen Weg. Nur eine umfassende Digitalisierung des gesamten Prozesses zwischen Unternehmen und V&B würde langfristig einen Gewinn bringen. Aus diesem Ansatz entstanden die ersten Anforderungen und Lösungen zur Swissdec:

  • Die meisten Unternehmen bewirtschaften ihre Daten bereits in digitaler Form. Dazu werden ERP-Systeme (Enterprise-Resource-Planning) verwendet, die sämtliche in einem Unternehmen ablaufende Geschäftsprozesse unterstützen.
  • Dieser ERP-Markt liegt in der Schweiz bei über 100 Herstellern. Diese ERP-Systeme liefern die Quelle für die Prozesse und ihre Daten. Zugleich sind sie auch der “Multiplikator” für Veränderungen bei den Schweizer Unternehmen.
  • Der Prozess mit seinen vielen Daten und komplexen Abläufen muss verbessert werden. Eine Maschine-to-Maschine(M2M)-Kommunikation ermöglicht es, allen Teilnehmern die eigenen, privaten Abläufe zu optimieren.
  • Diese M2M Kommunikation wird gemeinsam standardisiert und dadurch die Komplexität zur Implementierung reduziert.
  • Ein Distributor vermittelt zwischen Unternehmen und V&B. Dabei dürfen aus Gründen des Datenschutzes und der Kosten keine Unternehmens- und Personendaten auf dem Distributor gespeichert werden!
  • Die dazu benötigten technischen Schnittstellen sollen möglichst öffentliche und bewährte Standards verwenden (z.B. W3C ).

Beispiel:
Leistungsstandard-CH (KLE): vom Leistungsanspruch bis zur Leistungserbringung

Eine Beschreibung der zukünftigen Swissdec Unternehmens-Authentifizierung folgt in einem weiteren Artikel.

AUTOR/AUTORIN: Anton Boehm

Anton Böhm ist Inhaber der itServe AG und leitet die Abteilung Technik von Swissdec.

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