Smartes-Leben in der Stadt Teil I: WAS IST SMART AN EINER STADT?

Zuerst das Smart Phone und bald die Smart City? Was mit einem kleinen Gerät gestartet ist, könnte sich bald auf die ganze Stadt ausdehnen. Was eine intelligente Stadt ausmacht und welche Fragen bei der Verwirklichung einer smarten Infrastruktur zentral sind, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Steve Jobs hat es uns gegeben: das Apple iPhone. Millionen von Menschen wollten es haben. Apple hat damit die Welt überrascht und auch ein Stück verändert. Wie war dies überhaupt möglich? Apple hat in einem Gerät vieles zusammengeführt:

  • Familie
  • Freunde
  • Musik
  • Fotos
  • E-Mail
  • und vieles andere

Das Besondere daran: All dies wurde mit dem Internet, mit der Welt und vor allem mit Apple selbst verbunden.

Daraus sind einzigartige Benutzererlebnisse und Abhängigkeiten entstanden. Die «Küchenchefs» von Apple machten aus den Zutaten ein hervorragendes Gericht. Sie richteten es zauberhaft schön an und servierten es der staunenden Welt – diese war begeistert und wollte mehr davon bekommen. Das iPhone wurde kontinuierlich weiterentwickelt und weitere Zutaten kamen täglich dazu. Es wurde zum unverzichtbaren Begleiter vieler Menschen. Nicht nur Apple begeisterte die Menschen. Auch Google mischte mit und baute mit seinem Android Betriebssystem eine Gegenkultur zu Apple auf. Die geniale Suchmaschine war Teil dieses Erfolges. Andere Anbieter konnten nicht mithalten und wurden an oder in den Abgrund gedrängt.

Die modernen Apple- und Android-Geräte wurden mit Sensoren ausgestattet und erfassten nun kontinuierlich «ihre» Menschen und ihre Umwelt.

Apple und Google wissen wo und wie lange wir arbeiten und wie lange die Fahrt zur Arbeit dauern wird. Sie kennen unsere Freunde. Sie erlenen unsere Interessen. Sie wissen, wie oft und wie lange wir uns bewegen. Diese Informationen werden zu unserem Wohle genutzt (zumindest so steht es in den allgemeinen Geschäftsbedingungen geschrieben). Die Geräte und die abertausenden von Programmen und die riesige Flut an Daten ermöglichen neue Geschäftsanwendungen.

Wie sieht eine Smart City aus?

Nicht nur unsere Lieblingsspielzeuge sind smart geworden, auch unser Umfeld wird smarter, oder soll es zumindest werden. Aus Städten sollen Smart-Cities werden. Die Vorstellungen darüber wie eine Smart-City aussehen soll, gehen dabei weit auseinander. Die einen wollen Smart-Parking, indem Angebot und Nachfrage von Parkplätzen optimal miteinander digital vernetzt sind. Das Auto findet «seinen» Parkplatz auf dem kürzesten Weg. Die Parkgebühren werden automatisch erhoben und verteilt. Andere wollen in ihrer Smarten Stadt weder Autos noch Parkplätze haben.

Sehr smart scheinen Strassenbeleuchtungen zu werden. Da schädliche Hochstromlampen durch LED-Beleuchtungskörper ersetzt werden, die mehr Lichtemissionen und mehr Blendungen erzeugen (vor allem im schlafstörendem Blauspektrum), sollen intelligente Steuerungen eingesetzt werden. Der Fussgänger bekommt sein persönliches Licht.

Verkehrsstaus sind ärgerlich, kosten viel Geld und belasten die Umwelt. Auch hier soll Technologie helfen. Verkehrsteilnehmende aller Klassen werden erfasst und gezählt. Aus den Daten wird der Verkehrsfluss optimiert. Lichtsignale werden gesteuert und den Fahrern werden alternative Wege vorgeschlagen. Die Stadt soll damit smart werden, die Fahrzeuge, ihre Fahrer und Insassen werden dadurch jedoch nicht smarter. Offen bleiben die Fragen:

  • Ist eine Stadt smart wenn die Parkplätze optimal belegt sind?
  • Ist eine Stadt smart, wenn nur wenige Autos darin herumfahren?

Steve Jobs hat es uns vorgemacht: man nehme gute Zutaten, sowie innovative Ideen und bereite daraus etwas Feines zu. Zuerst sollten wir uns allerdings im Klaren darüber sein, was wir eigentlich wollen. Nehmen wir noch einmal die Analogie des feinen Essens zu Hilfe. Feines Essen kann ein Teil eines tollen Abends sein. Doch das Soufflé ergibt alleine noch keinen tollen Abend. Dazu braucht es mehr. Es braucht ein gutes Restaurant mit leidenschaftlichen Gastgebern und einem tollen Team und vor allem braucht es gute Menschen am Tisch. Es wird gegessen, getrunken, genossen, gesprochen. Mit etwas Glück werden auch erfolgreich Geschäftsbeziehungen aufgebaut. Eine Smart-City sollte wie ein solcher Abend sein. Sie sollte ein Ort sein, wo Technologie für alle Einwohner und Einwohnerinnen ein schönes und einfacheres Leben unterstützt. Daten über unsere Umwelt helfen die Smart-City in die richtige Richtung mit der richtigen Geschwindigkeit zu steuern.

Fragen über Fragen…
Steigen die Pegel von Gewässern zu hoch, muss alarmiert werden. Ist die Luft zu stark mit Partikeln verschmutzt, müssen Massnahmen ergriffen werden. Passiert ein Verkehrsunfall muss sehr schnell geholfen werden. Das Leben braucht sensorische Systeme – Smart Cities brauchen das auch! Die Smart-City misst den Verkehr, die Luft- und Wasserqualität. Ein zentraler Wert für eine Smart City jedoch ist zusätzlich die Zufriedenheit ihrer Bewohner und Bewohnerinnen. Seien dies die Menschen, die Tiere oder auch Pflanzen.

  • Leben sie gerne in der Stadt?
  • Geht es ihnen gut?
  • Sind sie gesund?
  • Bekommen sie den Gegenwert zu den bezahlten Steuern den sie gerne hätten?
  • Haben sie genügend soziale Interaktionen mit anderen Menschen?
  • Können sie sich frei bewegen?
  • Behindern Hindernisse die Mobilität?
  • Können sie die Dienste beanspruchen, welche sie gerne hätten oder benötigen?
  • Wird die Stadt ihren Ansprüchen gerecht?

Eine Smart-City sollte gute Antworten auf solche Fragen bereithalten. Eine Smart City ist eine Stadt, welche die Menschen mit Hilfe von Technologie zufrieden stellt. Dazu braucht es auch ein Smart Home.

Mehr darüber im zweiten Teil.


Über die Autoren
Josh Levent und Peter Küng sind Partner von MUUTU AG.

Ein Bild der Autoren mit Gesichtsmerkmalen erkannt durch eine Künstliche Intelligenz. Links: Peter Kueng. Rechts: Josh Levent.

MUUTU ist ein Dienstleistungsunternehmen für digitale Technologien und – Anwendungen.

Die Autoren haben erkannt, dass viele elementare Bedürfnisse von Menschen nicht erfüllt werden, die Lösungen jedoch recht einfach realisierbar wären. Aktuell erarbeitet MUUTU smarte Lösungen für ältere Menschen und für Menschen mit starker Sehbehinderung.
Einige dieser Lösungen befinden sich bereits im Einsatz. Dazu gehört die Fernbedienung, welche es der Rollstuhlfahrerin ermöglicht die Lichter ein- und auszuschalten oder der Tablet Computer, der es ermöglicht mit Kindern und Enkeln zu kommunizieren oder eine Video-Freisprecheinrichtung für eine alleistehende Frau, welche Mühe hat das Telefon ans Ohr zu halten.

Anwendungen in der Testphase sind: ein Sensor am Bett, welcher Störungen von Herz- / Atem-Rhythmus und die Schlafqualität erkennen kann. Die Informationen können für eine Therapie oder als Empfehlung für medizinische Abklärungen dienlich sein. Ein automatisches Flurlicht, welches nachts den Weg zur Toilette sanft und sicher beleuchtet. Ein Backofen, welcher über Sprache gesteuert wird. Ein System, welches Fragen beantwortet und Musik abspielt und Bücher vorliest. Ein Lichtsystem, welches Aussentemperatur, Tages- und Essenszeiten signalisiert.

Die meisten solcher «Zutaten» sind heute erhältlich. Oft sind es jedoch «kaum geniessbare» Rohstoffe, welche erst zu einem schönen Ganzen zusammengefügt werden wollen.

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