Stand und Verwendung der Unternehmens-Identifikationsnummer (UID)

Mit dem Anschluss der AHV-Ausgleichskassen an die UID-Schnittstelle Ende 2015 hat das UID-Register eine fast vollständige Abdeckung der Schweizer Unternehmenslandschaft erreicht. Dieser Datenbestand soll von der Verwaltung genutzt werden, damit das UID-Register seine angedachte Rolle als Datendrehscheibe vollumfänglich erfüllen kann.

Die wichtigsten Partnerregister haben die UID integriert..
Für ein Unternehmen soll es zur Selbstverständlichkeit werden, sich bei einem Behördengang mit seiner UID zu identifizieren. Die Grundlage dazu wurde inzwischen geschaffen. Seit dem Start der UID Anfang 2011 (E-Government-Vorhaben B1.05) haben die von Gesetz und Verordnung als prioritär bezeichneten Verwaltungsstellen (UID-Stellen mit umfassenden Pflichten) die UID mehrheitlich eingeführt (s. Graphik). Möglich wurde dieses erfreuliche Resultat durch die übersichtliche gesetzliche Grundlage und die gute Zusammenarbeit mit den Partnern.

Neben den kürzlich angeschlossenen AHV-Ausgleichskassen führen die Handelsregister und die Mehrwertsteuer die UID bereits seit 2014. Für eine optimale Abdeckung standen zudem verschiedene Branchenregister (freie Berufe, Primärsektor) im Fokus. Diese haben die UID ebenfalls mehrheitlich in ihre Systeme integriert. Bei der Eidgenössischen Zollverwaltung ist die UID seit Anfang 2016 im Einsatz und ersetzt seitdem zwei bisherige Identifikatoren. Für Schweizer (und liechtensteinische) Unternehmen ist die Angabe der UID bei Importen und Exporten nun obligatorisch.

..und melden ihre Unternehmens-Mutationen
Aufgrund der eintreffenden Meldungen werden im UID-Register pro Monat durchschnittlich 40‘000 Neueinträge, Mutationen und Löschungen vorgenommen. Darunter befinden sich beispielsweise täglich ungefähr 160 Neumeldungen von den Handelsregistern sowie deren ca. 100 von den AHV-Ausgleichskassen.

Von anfänglich knapp einer Million Unternehmen (UID-Einheiten) ist der Datenbestand des UID-Registers so auf über 1.6 Millionen angewachsen. Davon sind über 1.1 Millionen Unternehmen mit aktivem Status registriert, von denen wiederum über 600‘000 Einheiten im Handelsregister eingetragen sind.

Wir gehen davon aus, dass mit den heute am UID-System angeschlossenen UID-Stellen eine Abdeckung von «99 %» erreicht ist. Das heisst, dass (fast) alle Neueinträge, Mutations- und Löschungsmeldungen von Schweizer Unternehmen im UID-Register verarbeitet werden und dieses somit auf dem aktuellstem Stand ist.

Die Unternehmen sind über ihre UID informiert
Die aufgrund der Meldungen neu ins UID-Register aufgenommenen Unternehmen werden schriftlich über ihre UID und ihr persönliches Login ins UID-Register (myUID) informiert. Monatlich verschickt das BFS ca. 5‘000 Briefe. Im Oktober 2016 wurde das 1‘000‘000ste Unternehmen angeschrieben!

Die zunehmende Präsenz der UID bei den Unternehmen lässt sich namentlich aus den Zahlen der UID Hotline ablesen. Wurden 2014 monatlich ca. 330 E-Mail- und 370 Telefonanfragen an die Hotline gerichtet, sind es 2016 im Schnitt bereits fast 600 E-Mails und 670 Telefonanrufe pro Monat.

Die UID als Datendrehscheibe für die Partnerregister
Das Potential der im UID-Register verfügbaren Unternehmensdaten soll künftig von den UID-Stellen stärker genutzt werden. Die UID hat dazu den Service „InfoAbo“ entwickelt, ein System zur automatischen Benachrichtigung der UID-Stellen. Mit dem InfoAbo werden Neueinträge und Mutationen im UID-Register gezielt an die interessierten Partnerregister weitergeleitet. Der Service ist konfigurierbar und über verschiedene Kanäle verfügbar. So kann eine kleinere UID-Stelle das InfoAbo als E-Mail erhalten, während eine grössere UID-Stelle vorzugsweise einen automatisierten Webservice einrichtet.

Einzelne Stellen aktualisieren ihre Unternehmensdaten bereits heute per InfoAbo. Es gilt nun, bei allen weiteren interessierten Stellen die Einführung und Verwendung des Info Abos zu begleiten. Bei diesem Prozess ist es möglich, dass zusätzliche spezifische Benutzerbedürfnisse identifiziert werden, die einen Ausbau der Services bedingen. Dabei ist es wichtig, dass die Meldungstypen des InfoAbos richtig interpretiert werden. Eine Adressmutation ist z.B. für ein Handelsregister nicht relevant, wenn sich nicht das Rechtsdomizil ändert.

Im Prinzip können sich alle Verwaltungsstellen des Bundes, der Kantone und Gemeinden sowie Institutionen mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben, die ein Unternehmensregister führen, als UID-Stelle anmelden.

E-Government-Themenführerschaft
Seit kurzem hat das Bundesamt für Statistik (BFS) die Themenführerschaft für den Austausch von Registerdaten (Personen, Unternehmen, Gebäude, Wohnungen) übernommen.

Unter Berücksichtigung der bestehenden eCH-Standards soll der automatisierte Datenaustausch zwischen den Registern weiterentwickelt werden. Betroffen sind alle Register, für die das Registerharmonisierungsgesetz, das UID-Gesetz oder die Verordnung über das eidgenössische Gebäude- und Wohnungsregister gilt. Affaire à suivre, wie man bei uns in Neuchâtel sagt.

kollerGraphik: Stand der Einführung bei den im UID-Gesetz bezeichneten 300 UID-Stellen mit umfassenden Pflichten (Oktober 2016)

AUTOR/AUTORIN: Oliver Koller

Leiter Bereich UID, Bundesamt für Statistik (BFS)

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