5. eGovernment Symposium Romand in Martigny

Am 12. Mai 2016 fand in Martigny das 5. eGovernment Symposium Romand zum Thema «Smart Cities» statt. Die Vorträge mit einem Fokus auf Energie und Städte präsentierten den Stand der Technik und die nahe Zukunft. Der Realitätsbezug von Ideen und Visionen wurde in der Diskussionsrunde unter die Lupe genommen.

Auch 2016 hat sich die Reise ans eGovernment Symposium Romand [1] gelohnt, zumal andere Themen aus dem Kontext E-Government präsentiert wurden, insofernin der Romandie etwas eine pragmatischere Sicht herrscht. Cédric Roy, Leiter E-Government Schweiz, hatte als ehemaliger E-Government-Verantwortlicher des Kantons Wallis ein Heimspiel, als er den aktuellen Stand von E-Government Schweiz und die Umsetzungsplanung vorstellte.

Als erste präsentierte Frau Menon, Projektverantwortliche bei der Internationalen Telekommunikationsunion ITU, den Stand der Standardisierung zu Smart Cities der ITU-T Study Group 20. Seitens ITU wurde ein sehr umfassendes Übersichtswerk [2] erstellt, das allen Lesern empfohlen ist.

Herr Berclaz, operativer Leiter der EPFL Wallis, stellte Energypolis, die gemeinsame Forschungseinrichtung der EPFL, der HES-SO, des Kantons Wallis und der Stadt Sion, vor, welche die Energieproduktion und -speicherung der Zukunft erforscht.

Der Moderator Herr Steiner, Kommunikationsverantwortlicher der Staatskanzlei Wallis, skizzierte am Anfang der Diskussionsrunde eine phantastische Geschichte, vom Wecken am Morgen über seine Fahrt im Elektrofahrzeug ins automatisierte Parkhaus mit Aufladestation, seine Fahrt zum Arbeitsplatz in der Waadt mit öffentlichem Verkehr, seinen visionären Arbeitstag, seine Rückkehr am Abend ins Wallis, wo er mit dem selbstfahrenden Publibus wieder nach Hause kommt, weil ein anderes Famillienmitglied inzwischen mit dem Elektrofahrzeug weiter ist. Bei der Diskussion wurde rasch klar, dass diese eine phantastische Geschichte in relativ naher Zukunft umgesetzt sein könnte. Die Herausforderung liegt vielmehr darin, dies nicht zwischen zwei Destinationen für eine bestimmte Person zu ermöglichen, sondern diese Dienste in der überwiegenden Zahl der Gemeinden für die Mehrheit der Bevölkerung anzubieten.

In zwei parallelen Sessionen wurden am Nachmittag die nachstehenden vier Themen vorgestellt:

  • Herr Zufferey, Professor an der HES-SO Wallis, beleuchtete den Stellenwert der Informatik im Kontext der Energiewende. Am Beispiel der Gemeinde Sierre zeigte er, dass 20% der Verbraucher 80% der Energie konsumieren. Mit einer Verbrauchsanalyse der Gemeinde wird rasch klar, wo man anpacken kann.
  • Herr Oggier, Verantwortlicher des Kompetenzzentrums Géomatique Wallis, stellte das Geoportal des Kantons vor. Die Verfügbarkeit von guten Karten ist eine zentrale Vorbedingung für Smart Cities.
  • Herr Gindrat, CEO von BestMile, präsentierte die aktuelle Situation im Kontext von autonomen Fahrzeugen (u.a. autonomes Postauto SmartShuttle in Sion). Dabei liegt deren Hauptnutzen weniger in ihrer eigenen Dienstleistung, als im Potential, wenn diese übergreifend gemanagt werden.
  • Herr Cerf, Informatikverantwortlicher beim ASTRA, erläuterte die Verbesserung der Strassensicherheit durch die E-Government-Anwendung MISTRA, die über die letzten 10 Jahre stetig ausgebaut wurde und eine analytische Sicht auf Unfallursachen ermöglicht.

Im letzten inhaltlichen Vortrag ging Herr Cherix, Leiter des Forschungszentrums für Energie und Gemeinden, auf die Herausforderung des guten Umgangs mit Energie in Smart Energy Cities ein.

Abgerundet wurde der spannende Tag in Martigny durch Herrn Schwab, E-Government-Verantwortlicher des Kantons Fribourg, der auf den Tag zurückblickte und alle Teilnehmenden zum 6. eGovernment Symposium Romand am 5.5.2017 in Fribourg einlud.


  1. Web-Seite des eGovernment Symposium Romand. Enthält auch Links auf alle Präsentationen des Tages. www.egovernment-symposium.ch/fr-CH/Symposium/Romand/Symposium-16.aspx
  2. ITU-T SG 20. Shaping smarter and more sustainable cities – striving for sustainable development goals. 2016. http://wftp3.itu.int/pub/epub_shared/TSB/ITUT-Tech-Report-Specs/2016/en/flipviewerxpress.html
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AUTHOR: Andreas Spichiger

Schwerpunktverantwortlicher E-Government, SocietyByte, BFH-Zentrum Digital Society.
Leiter E-Government-Institut, Departement Wirtschaft, Berner Fachhochschule

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